Nexustorage: automatisches Datenmanagement


Original Article by Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Dr. Jürgen Ehneß Published: Storage Insider


Anders als Auristor hat sich Nexustorage für einen kompletten Neuanfang entschieden. Die neuseeländische Firma mit Hauptniederlassung nahe Wellington wurde erst 2021 von Glen Olsen gegründet und hat derzeit weder Umsätze noch Venture-Capital-Runden aufzuweisen, sondern ist rein privat finanziert.

Nexustorage möchte Block- und File-Storage nahtlos mit Objekt- und Cloud-Storageverbinden. Das erste Produkt, dessen Preview im Mai 2021 präsentiert wurde, ist Software-Defined Storage und heißt Nexfs. Noch im Herbst soll eine Community-Ausgabe der Software folgen.


Das POSIX-konforme Nexfs soll das Datenlebenszyklusmanagement automatisieren. Dabei sieht der Anwender einen intelligenten Pool integrierter Speicherschichten aus Block-, File- und Objekt-/Cloud-Storage. Das vermeidet die Nachteile der jeweiligen Datenwelten, kombiniert aber ihre Vorteile.


Bisherige Lösungen, so argumentiert Nexustorage, hätten die Storage-Welten nur mangelhaft verbunden. Das führe zu falsch konzipierten Lösungen, hohen Kosten, Komplexität und Risiken. Im Grunde seien viele Lösungen für File-Staging oder Caching nur veraltete Formen der Objektarchivierung, argumentiert der Hersteller.


Nexfs platziert Daten in Chunks

Im Nexfs-Storage-Pool können Daten bei Bedarf nahtlos verschoben werden. Bei der Speicherung in Nexfs werden sie in einzelne Teile (Chunks) gehackt, die dann auch auf unterschiedliche Speicherschichten wandern können.



Nicht ganze Dateien, sondern Daten-Chunks werden auf die einzelnen Speicherschichten intelligent verteilt.

(Bild: Nexustorage)


Wie das geschieht, bestimmt ein neuartiger Mechanismus für die Datenplatzierung. Nexassert befindet sich in der Patentierung. Das Verfahren soll Indexe, relationale Datenbanken, No-SQL-Datenbanken, Archivierungs-Software sowie Stubs und Links weitgehend überflüssig machen. Das wiederum reduziere Risiken und Latenz, so Nexustore. Wie die Software arbeitet, darüber schweigt das Start-up aus naheliegenden Gründen vorläufig.


Weitere Vorteile von Nexassert sind laut Nexustorage: geringerer Bedarf an Primär- und Sekundär-Storage, weniger Netztransport in Richtung Cloud-/Object-Storage, weniger Latenz beim Lesen dieser Storage sowie weniger Storage-Transaktionen und damit Kosten. Denn nur die Teile eines Files werden übertragen, die Nexassert Tier 3 (Object-Storage/Cloud) zuordnet. Und dies selbst dann, wenn der gesamte File neu in Nexfs geschrieben wird.


SmartProtect, SmartTier und SmartProtect


Dazu kommen drei andere produktspezifische Mechanismen: SmartProtect, SmartTier und SmartClone. SmartProtect fertigt automatisch Kopien von Primärdaten an, die auf sich selbst schützender Cloud- und Objekt-Storage gespeichert werden. Die POSIX-konforme File-Index-Information von Nexfs wird auf lokale Block- sowie Cloud- oder Objekt-Storage repliziert. Fällt die Primär-Storage aus, sei daher keine Wiederherstellung nötig.

Zudem wird durch das intelligente Tiering (SmartTier) ständig Primär-Storage freigeschaufelt, indem Daten von der Primär-Storage auf nachgelagerte Schichten wandern. Der SmartTier-Mechanismus wird durch das Schließen von Files, durch die Veränderung von File-Chunks oder periodisch bei offenen Files ausgelöst. Das bedeutet für die einzelnen Daten-Chunks eine nahezu synchrone Replizierung.


Mit SmartClone kann man Gold-Images von Files auf Tier-3-Cloud- oder Objekt-Storage halten und von diesen sofort Child-Klone ziehen. Child-Chunks mit Veränderungen können auf nur einem spezifischen Client gehalten werden, während größere Veränderungen an Child-Klones sich ihrerseits wieder auf Tier-3-Storage verschieben lassen. Später können veränderte Teile vergessen, für die Lebensdauer des Klons aufbewahrt oder in das Gold-Image integriert werden, so dass eine neue Gold-Datei entsteht.

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